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lwl Marsberg

Marsberger Fachgespräche

Marsberger Fachgespräche 2026

Das LWL-Klinikum Marsberg, vertreten durch Anke Blank, Ärztliche Direktorin und Chefärztin der Erwachsenenpsychiatrie, sowie PD Dr. Robert Waltereit, Chefarzt der Kinder- und Jugendpsychiatrie, laden ganz herzlich zu der neuen Veranstaltungsreihe Marsberger Fachgespräche ein. Alle halbe Jahre im Wechsel wird ein Thema aus der Psychiatrie oder der Kinder-und Jugendpsychiatrie vorgestellt. 

Das Angebot richtet sich an die Fachöffentlichkeit und Interessierte. 

Inhalt:

  • Vortrag zu einem bestimmten Thema (Dauer: 1h) mit einer Gastdozentin oder Gastdozenten
  • Im Anschluss Gelegenheit zu Fragen, Diskussionen und einem lebendigen Austausch
  • Gegenseitiges Kennenlernen und Vernetzung

Ansprechpersonen

Ärztliche Direktorin

Anke Blank

Sekretariat: Brigitte Linke

Tel.: 02992 / 601-1201

E-Mail: Brigitte.Linke@lwl.org

Anke Blank

Chefarzt KJP

Priv.-Doz. Dr. med. Robert Waltereit

Vorzimmer: Melanie Rohloff

Telefon: 02992 / 601-3101

E-Mail: Melanie.Rohloff@lwl.org

Priv.-Doz. Dr. med. Robert Waltereit

LWL Marsberg

Erfolgreiche Premiere

Priv.-Doz. Dr. Manuel Föcker, Chefarzt der Gütersloher Kinder- und Jugendpsychiatrie "im Füchtei" der LWL-Universitätsklinik Hamm der Ruhr-Universität Bochum, referierte zum Thema „Schulabsentismus.“ Er betonte: „Kinder und Jugendliche, die der Schule aus was für Gründen auch immer fernbleiben, haben ein erhöhtes Risiko für geringere Bildungsabschlüsse und abgebrochene Bildungskarrieren. Kinder und Jugendliche mit psychischen Belastungen sind dabei besonders gefährdet.“

Generell sei es wichtig zu unterscheiden, ob es sich um das klassische „Schule schwänzen“ ohne Wissen der Eltern handle oder um Schulverweigerung mit Wissen der Eltern. „Mit der Schulverweigerung gehen auch oft körperliche Symptome einher wie Schwindel oder Erbrechen“, so der Experte. „Das Kind kann die Trennung von den Eltern als bedrohlich empfinden. Auf der anderen Seite kontrolliert das Kind die Eltern. Deswegen sind systemische Zugänge, die das Kind, Eltern, Schule und die Peergroup miteinbeziehen so wichtig.“

Rechtzeitig eingreifen

Die Kontrolle über die Fehlzeiten habe absolute Priorität, um schnell und rechtzeitig eingreifen zu können. „In den Erstgesprächen ist es immer wichtig zu erfahren, wer die Motivation hat, etwas zu verändern. Die Eltern, das Kind oder vielleicht schon das Amt. Es gibt Fälle in denen ein Kind vier oder fünf Jahre nicht mehr in der Schule gewesen ist.“

Interessant sei dabei die Beschäftigung während der Fehlzeiten. „In einem Fall hatten wir einen Jungen, der die Fehlzeiten am Smartphone verbrachte. Klare Regeln sorgten dafür, dass er wieder zur Schule gegangen ist.“

Die Motive hinter den Symptomen sehen

Es gehe darum, die konkreten Motive hinter Symptomen wie Angst oder Übelkeit zu verstehen. Eine ausführliche Fallkonzeption und Verhaltensanalyse seien essenziell. „Die Kommunikation zwischen Eltern, Schule und Behandlern müsse enge Kontrollen und zeitnahe Reaktionen aufweisen. Regeln, klare Strukturen und Konsequenzen sind wichtig.

Eine kognitive Verhaltenstherapie, Selbstwertförderung und Familienberatung tragen zum Gelingen bei“, so Föcker. „Hilfreich sind Elterngruppen und auch das Einbeziehen von Klassenkameraden.“ Er berichtete von einer Gütersloher Schule, in der Schülerinnen und Schüler selber auf die Idee gekommen sind, einen Raum für Schüler einzurichten, die sich einsam fühlen. „Oft sind es nicht die großen Dinge, sondern viele kleine, die dabei helfen, das Phänomen ´Schulabsentismus` die Schranken zu weisen.

(v.l.) Privatdozent Dr. Robert Waltereit, Chefarzt der Marsberger KJP, Privatdozent Dr. Manuel Föcker, Chefarzt der LWL-Kinder- und Jugendpsychiatrie Campus Gütersloh Klinik im Füchtei, und Anke Blank, Ärztliche Direktorin des LWL-Klinikums Marsberg und Chefärztin der Erwachsenenpsychiatrie.